Einleitung
Die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen nimmt zu. Starkregen, Überschwemmungen und Stürme verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Dennoch verfügt nur etwa die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland über eine Elementarschadenversicherung. Dieser Beitrag erläutert, was eine solche Versicherung abdeckt und warum sie für Eigentümer wichtig ist.
Was sind Elementarschäden?
Als Elementarschäden gelten Schäden, die durch Naturereignisse verursacht werden. Dazu zählen:
Diese Risiken sind in der klassischen Wohngebäudeversicherung nicht automatisch enthalten. Sie müssen als Elementarschadenversicherung zusätzlich vereinbart werden.
Die Versicherungslücke in Deutschland
Laut aktuellen Erhebungen sind bundesweit nur etwa 50 Prozent der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert. Die Quote variiert regional erheblich: In Baden-Württemberg liegt sie aufgrund der historischen Pflichtversicherung bei über 90 Prozent, in anderen Bundesländern teils unter 30 Prozent.
Diese Versicherungslücke wird angesichts des Klimawandels zunehmend problematisch. Das Ifo-Institut hat in einer aktuellen Studie auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine neue Balance zwischen individueller Vorsorge und kollektiver Verantwortung zu finden.
Politische Entwicklung: Pflichtversicherung in Diskussion
Die Diskussion um eine verpflichtende Elementarschadenversicherung wird seit Jahren geführt. Nach den verheerenden Hochwasserereignissen der vergangenen Jahre hat sie neue Dynamik gewonnen. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht eine entsprechende Regelung vor.
Eine Pflichtversicherung würde bedeuten, dass alle Gebäudeeigentümer verpflichtet wären, eine Elementarschadendeckung abzuschließen. Details zur Ausgestaltung – etwa zu Prämienhöhe und Versicherbarkeit besonders gefährdeter Lagen – sind noch offen.
Worauf bei der Versicherungsauswahl zu achten ist
Versicherte Gefahren
Prüfen Sie genau, welche Elementargefahren abgedeckt sind. Nicht alle Policen umfassen sämtliche Risiken. Insbesondere Starkregen und Rückstau sollten eingeschlossen sein.
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des Gebäudes entsprechen. Bei Unterversicherung erhalten Sie im Schadensfall nur einen Teil des Schadens ersetzt.
Selbstbeteiligung
Viele Elementarschadenpolicen sehen eine Selbstbeteiligung vor. Diese kann als fester Betrag oder als Prozentsatz des Schadens vereinbart werden. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt die Prämie.
Wartezeiten
Nach Vertragsabschluss gelten häufig Wartezeiten, bevor der Versicherungsschutz greift. Diese liegen typischerweise zwischen 14 Tagen und mehreren Monaten.
Ausschlüsse und Obliegenheiten
Achten Sie auf Ausschlüsse – etwa für Schäden durch Grundwasser – und auf Obliegenheiten wie die Installation von Rückstauklappen.
Besonderheiten für WEGs
In Wohnungseigentümergemeinschaften ist die Gebäudeversicherung Gemeinschaftsangelegenheit. Der Abschluss einer Elementarschadenversicherung bedarf eines Beschlusses der Eigentümerversammlung. Angesichts der zunehmenden Risiken ist es ratsam, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen.
Präventive Maßnahmen
Neben dem Versicherungsschutz sollten auch präventive Maßnahmen ergriffen werden:
Diese Maßnahmen können nicht nur Schäden verhindern, sondern auch die Versicherungsprämie positiv beeinflussen.
Fazit
Eine Elementarschadenversicherung bietet wichtigen Schutz gegen Naturgefahren, die durch den Klimawandel zunehmen. Angesichts der aktuellen Versicherungslücke und der politischen Diskussion um eine Pflichtversicherung sollten Eigentümer ihren Versicherungsschutz überprüfen und gegebenenfalls erweitern.
Als Hausverwaltung unterstützen wir unsere Kunden bei der Analyse des bestehenden Versicherungsschutzes und bei der Einholung von Angeboten.
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*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung.*
